Katja Ottiger im Gespräch mit René Tenerani
René, du berechnest in deinem Salon eine Handwerker-Stunde von 160 Euro?
René Tenerani: Stimmt. Wir Friseure haben uns jahrzehntelang unter unserem Handwerk verkauft und ich sage: Ja, ich bin ein „High-Price-Friseur“. Seit 15 Jahren arbeite ich im Wiener 1. Gemeindebezirk. Wenn ich sehe, wie viele Leute vor Louis Vuitton, Chanel und Co. stehen und es heißt, die Leute hätten kein Geld, finde ich das lächerlich.
Was inkludiert deine Service-Stunde für 160 Euro?
René Tenerani: Alles. Schnitt, Ansatzfärben, alle Strähnen- und Farbtechniken aber auch Augenbrauen-, Wimpernfärben, Augenbrauen zupfen, Handmassage, Kopfmassage, jede Intensivpflege.
Für viele Kundinnen wäre dieser Preis undenkbar. Wie sehen das deine Gäste?
RT: Für meine Stammkunden, die den Vergleich mit den Salons, in denen ich früher gearbeitet habe, kennen, macht es kaum einen Unterschied. Dort kostete waschen, schneiden, föhnen im Schnitt 125 Euro, plus Pflege um 28 Euro. Es gab ein Glossing von 65 bis 70 Euro, eine Ansatzfarbe von 85 bis 90 Euro oder Balayage für 150 Euro. Da kommst du schnell auf denselben Preis.