Tim, du setzt beim Thema Mitarbeiterführung auf besondere Goodies als Motivation. Erzähl mal!
Tim Schädlich: Ich habe mir schon vor Jahren überlegt, wie ich Mitarbeiter an mein Unternehmen binden kann. Anfangs habe ich 25 Euro H&M-Gutscheine oder Ähnliches zwischendurch verschenkt, wenn ein Haarschnitt oder eine Farbe besonders gut war. Ich wollte damit das Gefühl vermitteln, dass sie einen guten Job gemacht haben. Oftmals ist es genau das Gegenteil: Du holst dir deine Mitarbeiter ins Büro, wenn was schiefläuft, und ich wollte die positiven Leistungen hervorheben. Jetzt gibt es Goodies wie Mitarbeiterwagen, Yogakurse oder ein exklusives Essen.
War Mitarbeiterbindung schon immer ein wichtiger Punkt für dich?
TS: Ich startete allein, ohne Mitarbeiter und ich musste mir von null alles aufbauen. Das lag aber auch daran, dass ich nicht die optimalen Preise hatte. Mein Preis-Niveau war zu niedrig. Sobald ich Mitarbeiter hatte, nutzte ich die Möglichkeit, sie zu „belohnen“. Ich glaube, viele Unternehmer machen das falsch.
Inwiefern?
TS: Man beschwert sich über die Forderungen der Mitarbeiter und ist frustriert und lässt die Goodies dann doch lieber bleiben. Man kommt dann in eine Spirale: Chef ist frustriert, Mitarbeiter auch. Viele Unternehmer machen ihre Taschen voll, wenn es gut läuft, aber wenn es nicht so gut läuft, wie in Corona-Zeiten, zahlen sie plötzlich 67% Gehalt. Sie jammern, aber sitzen 3 Wochen später im Flieger zu den Malediven oder kaufen Louis Vuitton. Das ist paradox und trotzdem beschweren sich alle, dass sie keine Mitarbeiter bekommen. Wo bleibt hier die Wertschätzung?