Juliane Krammer im Gespräch mit Men’s Grooming Expert Cat
Cat, du bist aktuell Stuhlmieterin in Barcelona. Wie läufts?
Cat: Ich wollte schon immer in Spanien leben und Barcelona ist eine meiner Lieblingsstädte. Als ich letztes Jahr im August hier auf Urlaub war, habe ich ein paar Barber-Freunde, mit denen ich auf Instagram connected war, besucht. Damals war ich noch viel als „Guest Artist“ unterwegs und der Studio-Besitzer hat mich gefragt, ob ich nicht eine Woche einchecken will.
… und aus einer Woche wurden mehrere Monate?
C: Es hat mir so gut gefallen und der Besitzer war auch super zufrieden, dass sie mir anboten, dauerhaft zu bleiben.
Bist du dort angestellt oder Stuhlmieterin?
C: Ich bin als Freelancerin temporär bei Main Parlor Barcelona eingemietet.
Welche konkreten Unterschiede gibt es zu Deutschland in Bezug auf dein „Daily Barber-Business“?
C: Die Leute kommen regelmäßiger zum Haareschneiden als in Deutschland. Das liegt auch daran, weil die Kunden mehr Haar und eine südländische Struktur haben. Da macht sich das Herauswachsen eines Cuts schneller bemerkbar. Allerdings sind die Preise auch viel niedriger. Das Studio, in dem ich arbeite, ist „hochpreisig“ für Barcelona. Ein Schnitt kostet 30 Euro. In Deutschland verlange ich 120 Euro pro Schnitt. Ich weiß aber auch, dass ich in Spanien meine deutschen Preise nicht verlangen kann. Für mich ist es aber vollkommen okay, die Preise je nach Land anzupassen, denn auch das Leben ist hier um einiges günstiger als in Deutschland.
Wie unterscheidet sich Spanien in punkto Techniken von Deutschland?
C: Das Thema Bärte mit Nassrasur ist hier nicht so bekannt. Kaum ein Barber bietet eine Nassrasur an. Ich führte das neue Angebot hier ein und die Leute nehmen es super an. Meine Kunden kommen mittlerweile auch nur zum „Full Service“. Darauf bin ich stolz, dass ich die Dienstleistung Bart-Service im Studio integriert habe.
Du machst eine Tour durch mehrere Länder. Wie läuft das ab?
C: Meistens werde ich von meinen Kooperationspartnern wie BabylissPro, STMNT Grooming Goods oder Akashi für Events oder Schulungen in diversen Locations gebucht. Mich schreiben aber auch viele Barbershop-Besitzer privat an, die mich für ein Event einladen.
Bist du auch noch in Deutschland?
C: Ja, ich habe mein kleines privates Studio in Crailsheim. Dort kümmere ich mich um meine alten Kunden oder gebe dort One-on-One Seminare. Ich versuche alle 6-8 Wochen nach Deutschland zu kommen, auch um meine Familie zu sehen.
Du stehst für BabylissPro und auch STMNT auf der Bühne oder gibst in Studios Seminare. Wie kann man Kolleginnen empowern, in der Männerdomäne Barber erfolgreich Fuß zu fassen?
C: Zuallererst empfehle ich Seminare zu belegen, um nicht ins kalte Wasser springen zu müssen. Ich war nie Fan davon, etwas auf gut Glück zu versuchen. One-on-One Schulungen sind der weitere Schritt, um Skills zu perfektionieren.
So wie du es auch anbietest …?
C: Ich gebe Gruppenkurse nur mehr für ganze Salons bzw. ein gesamtes Team. Ansonsten biete ich ausschließliche Eins-zu-eins Seminare an. Der Fokus der Teilnehmer ist größer und auch meine Aufmerksamkeit gehört ganz allein der Person. Für mich ist es zwar weniger rentabel als 5 Leute auf einmal zu schulen, aber mir ist wichtiger, dass das Seminar zu 100% erfolgreich ist.