Zu solch einer Entscheidung gehören Team und Kunden. Wie war der erste Silent Day?
SR: Wir sind hier am Dorf, viele unserer Kunden sind mit uns befreundet und Veränderungen müssen mit Bedacht angegangen werden. Es läuft im Hintergrund den ganzen Tag Wellnessmusik, wir haben Düfte im Diffuser oder verwenden Räucherstäbchen. Manche waren sofort begeistert, manche skeptisch, andere fanden das komisch, letztlich war es für die Leute pure Entspannung. Auch für uns! Am Abend des ersten Silent Days haben wir gedacht, wir hätten weniger gearbeitet als sonst, aber das war nicht der Fall.
Wer bucht den Silent Day?
SR: Von der Hausfrau über den Herren bis zur Managerin ist alles dabei. Diesen Tag buchen Kunden, von denen ich das niemals erwartet hätte. Ich hatte z.B. den Fall einer Kundin, die dringend einen Termin brauchte und der ich nur den Tag anbieten konnte, an dem nichts geredet wird. Diese Kundin redet normalerweise ohne Punkt und Komma und war sehr skeptisch ist. Hinterher hat sie sich bedankt, weil es für sie eine richtige Therapiestunde war.
Was sollte man in der Kommunikation des Silent Day bedenken?
SR: Wichtig ist, dass man das in der Werbung wirklich genau beschreibt. Wenn man mit dem „Silent Day“ wirbt, können die Leute damit oft nicht viel anfangen. Man muss in der Beschreibung erklären, dass nur das Notwendigste kommuniziert wird und dass man vor allem die Entspannungsnote hervorhebt, die Zeit für sich selbst, die man bekommt. Denn anfangs waren die Leute verunsichert: Ich darf jetzt nicht mehr mit dir reden? Sie müssen verstehen, dass das Nichtreden Mehrwert für beide Seiten ist.