Welche Potenziale stecken hierin für die Branche?
PG: Ich kann mit meinem Abo bis zu 3.000 Bilder erstellen. Natürlich muss ich danach aussortieren und es bleibt ein Viertel davon übrig. Aber der Output ist unschlagbar günstig. Früher hatte ich Stock Fotos gekauft. Diese Bilder konnten auch alle anderen kaufen, aber wenn ich meine Bilder selbst generiere, wird niemals das gleiche Ergebnis rauskommen. Auch wenn mein Textbefehl, der sogenannte „Prompt“, von jemand anderem verwendet wird, kommt ein anderes Bild dabei raus.
Kann ich diese von der KI hergestellten Bilder rechtlich verwenden?
PG: Die KI und in meinem Fall „Midjourney“ wird mit Milliarden von Bildern gefüttert, Sekunde für Sekunde. Da kommen so viele Inhalte zusammen, dass sich ein vollkommen neues Bild generiert. Aktuell gibt es noch keine Rechtssprechung zur Causa und im Moment befinden wir uns in einem rechtsleeren Raum. Solange keine Kopie mit Personen oder bekannten Persönlichkeiten erstellt wird, da dies in die Persönlichkeitsrechte eingreift, gibt es im Moment noch keine Bedenken. Es wird im Moment noch gemunkelt, wenn rechtliche Schritte eingeleitet werden, dass sich diese nicht gegen die User, sondern gegen die Entwickler des Tools richten.
Welche Gefahren verbergen sich bei solchen Programmen?
PG: Ja, es gibt Gefahren. Man kann hier Opfer eines Deep Fakes (Anm. der Red.: von KI erstellte, realistisch wirkende Inhalte) werden. Es sind momentan im Fall von Midjourney diskriminierende, sexualisierte oder gewaltverherrlichende Begriffe nicht erlaubt. Trotzdem muss KI definitiv reguliert werden.