13.12.2025

Noch zu viele setzen auf "ausnutzen", nicht ausbilden

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Wir baten Marvin Giel zum Gespräch mit Katja Ottiger

Du bist noch recht jung, hast aber bereits dein 10-jähriges Salonjubiläum gefeiert. Warum bist du so jung Friseurunternehmer geworden?

Marvin Giel:

Nach meiner Ausbildung hatte ich klare Gehaltsvorstellungen, die mir meine damalige Chefin nicht bieten konnte. Ich bin dann direkt nach meiner Ausbildung in Vollzeit auf die Meisterschule gegangen und hatte vier Monate später, mit 19 Jahren, meinen Meistertitel. Danach habe ich in meinem jetzigen Salon als Salonleitung begonnen und diesen zweieinhalb Jahre später übernommen.

Keine Angst vor der eignen Courage gehabt?

Ich hatte meinem damaligen Chef gesagt, dass ich gern etwas Eigenes machen möchte oder den Salon übernehmen könnte. Er war damals schon älter und für ihn war es ok. Es war eine große Verantwortung, zumal ich Mitarbeiter übernommen habe, die alle länger dabei waren als ich. In jungen Jahren macht man sich ja noch keine Gedanken über Risiken, da ist man noch frei von allem (lacht). Mittlerweile habe ich ein super Team von acht Mädels um mich.

„Ausbildung ist die Zukunft des Friseurhandwerks (…) Ich glaube, dass da viele Salons sind, die das Potenzial hätten, auszubilden.“

 
Bildest du aus?

Ja! Ich bilde aus und investiere auch in die externe Ausbildung meiner Azubis. Das Thema ist superwichtig, weil Ausbildung die Zukunft im Friseurberuf ist und die ja gerade nicht so gut aussieht. Ich glaube, dass da draußen viele Salons sind, die das Potenzial hätten, auszubilden, es aber nicht tun, weil sie keine Zeit haben, und leider gibt es auch immer noch Salons, die Azubis Steine in den Weg legen, weil sie mehr „ausnutzen“ als ausbilden. Das ärgert mich. Damit es langfristig noch Friseure gibt, müssen wir Unternehmer in Zeit und Schulungen investieren!

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Raphaela Kirschnick

Themen:

Interview
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